Pkw-Maut

Jeder Dritte befürwortet Pkw-Maut

Koblenz | 26.04.2011

Autobahnstau_Foto_ADAC
Autobahnstau_Foto_ADAC

Die Pläne der Bundesregierung zur Einführung einer Pkw-Maut sorgen für Diskussionen. Dabei sprechen sich laut einer Studie 36 Prozent der Bundesbürger für die Einführung einer Pkw-Maut aus.

Jeder dritte Bundesbürger befürwortet die Einführung einer Pkw-Maut für die deutschen Autobahnen. Das hat der Hightech-Verband BITKOM bereits Ende 2009 in einer repräsentativen Umfrage zum Thema Pkw-Maut herausgefunden. Dabei findet man unter den Autofahrern mit 38 Prozent mehr Pkw-Maut-Befürworter als unter den Nicht-Autofahrern (32 Prozent). „Die höhere Zustimmung zur Pkw-Maut bei Autofahrern ist nur auf den ersten Blick paradox. Wer häufig im Stau steht, sieht offensichtlich eher die Vorteile einer intelligenten Verkehrs-Steuerung durch eine Pkw-Maut“, kommentierte BITKOM-Präsident Prof. Dr. August-Wilhelm Scheer die Pkw-Maut-Umfrage.

BITKOM-Präsident Scheer zur Pkw-Maut

„Deutschland verfügt über die weltweit modernste Verkehrs-Steuerung. Es sollte ernsthaft geprüft werden, wie das Potenzial dieser Technik künftig besser genutzt werden kann“, sagte Scheer. Dabei hätte eine intelligente, also nutzungsabhängige Pkw-Maut-Erhebung viele Vorteile im Vergleich zur Vignette: Autofahrer würden nämlich je nach individueller Nutzung von Autobahnen oder Bundesstraßen bezahlen.

Die möglichen Vorteile einer Pkw-Maut

BITKOM-Präsident Scheer erklärt die möglichen Vorteile einer Pkw-Maut: „Mit einer Pkw-Maut kann das Verkehrs-Aufkommen gesteuert werden, z.B. indem die Maut-Höhe in verkehrsarmen Zeiten reduziert wird.“ Auch kann beispielsweise die Pkw-Maut auf wenig genutzten Straßen niedrig gehalten werden. Damit könnte eine bessere Auslastung und somit auch eine Entlastung viel befahrener Straßen erreicht werden. 

Steuerungs-Möglichkeiten durch die Pkw-Maut

Auch Lärm und Schadstoff-Konzentration könnten über die Pkw-Maut gesteuert werden. Durch variierende Nutzungs-Preise ließen sich etwa der Lärm in Wohngebieten ab 22 Uhr oder die Zahl der Stadtfahrten an Sommertagen - wenn die Schadstoff-Konzentration hoch ist - beeinflussen. In eine intelligente Pkw-Maut könnten zudem weitere Leistungen integriert werden, beispielsweise das ÖPNV-Anschlussticket vom Park&Ride-Parkplatz.

BITKOM: Verkehrs-Steuerung ist Wirtschafts-Faktor

Der Bedarf für eine leistungsfähige Verkehrs-Steuerung z.B. durch die Pkw-Maut ist laut BITKOM vorhanden: In Europa gilt schon heute ein Zehntel des Straßen-Netzes als überlastet. Dabei soll der Verkehr nach Prognosen der EU-Kommission weiter zunehmen. Nach einer Schätzung der Kommission verursachen Staus in Deutschland jedes Jahr volkswirtschaftliche Kosten von rund 17 Milliarden Euro. „Eine intelligente Verkehrs-Steuerung ist ein entscheidender Wirtschafts- und auch Umweltfaktor“, sagt Scheer. Die Pkw-Maut könnte nach der Ansicht von BITKOM somit auch Wirtschaft und Umwelt zu Gute kommen.

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